Geschichte(n)

Ur-Kundliches
Der Neanderthaler stammt aus Haan. Ehrlich! Zumindest politisch! Jedenfalls lag die “Kleine Feldhofer Grotte”, in der seine alten Knochen von Steinbrucharbeitern im Sommer 1856 gefunden wurden, seinerzeit auf Haaner Gemarkung. Und daß der Keulenschwinger aus dem Düsseltal auch den knapp vier Kilometer entfernten Spörkelnbruch besucht hat, ist so gut wie sicher. Jedenfalls gibt es eine ganze Reihe von Funden aus der Altsteinzeit in der Region Haan, aus der Zeit etwa 200.000 – 30.000 v. Chr.

Germanische Stämme
Um 2200 v. Chr. wird der Raum Haan von germanischen Sugambrern besiedelt, die Tenkterer zogen im 1. Jahrhundert n. Chr. durch, ab dem Jahr 200 wanderten die Chattuarier ein, die vor 258 n. Chr. Gründungsmitglieder des Frankenbundes wurden. Ab dem Jahr 256 gab es Kriegshandlungen zwischen einheimischen Franken und linksrheinischen Römern, der Gesamtbereich hieß bis 800 Frankenberg. Die Bezeichnung Haan (Hagen) galt nur für den Siedlungskern im Ortsmittelpunkt, der 388 n. Christus von römischen Streitkräften abgebrannt und später wieder erneuert wurde.

Nach dem Ende des römischen Reiches wird Haan ab 476 n. Chr. Bestandteil des fränkischen Merowingerreiches. Haan ist in den Kriegen zwischen Franken und Sachsen letzter Ort vor der sächsischen Grenze, dient als Biwak- und Versorgungsstation für Armeen, Politiker, Klerus und Händler. Zum Glück ist die sächsische Grenze heute etwas weiter weg.

Die Siedlung Mahnert, ganz in der Nähe des Spörkelnbruchs, wurde urkundlich bereits im Jahr 1372 genannt. So richtig aufgeräumt war die Gegend aber noch nicht, 1435 und 1436 fand die Große Wolfsjagd des Herzogs von Berg im “Osterholz” statt, einem Urwald, der damals bis nach Ellscheid reichte, gut 1 Kilometer Luftlinie vom Spörkelnbruch entfernt. Die Mahnertmühle, die vermutlich schon im 15. Jahrhundert bestand, findet sich im Jahre 1715 in der ersten topographischen Landkarte des Bergischen Landes.

Sumpfiges Dreckloch
Um das Jahr 1500 sind im Stadtgebiet Haan 122 Höfe bzw. Häuser nachweisbar mit 1342 Einwohnern genannt. Der Name “Spurckenbroich” taucht urkundlich erstmals am 2. März 1563 auf, bei einem Grundstücksverkauf, in dieser Urkunde ist auch die Rede von zwei Weihern, also größeren Teichen. Am 1. April 1591 wird auch ein Waldgrundstück in der Größe von 8 kölnischen Morgen im “Spurckenenbroech” erwähnt.

In einer Einwohnerliste von 1830 stehen 2 Häuser mit insgesamt 9 Personen als Bewohner der Siedlung Spörklenbruch. Heute steht davon noch das Haus Flurstraße 201, das ehemals als “Drecklook” bezeichnete Gebäude war Teil der aus Kleinhöfen bestehenden Hofesgruppe Spörkelnbruch. Haus Drecklook steht in einem Gebiet, in dem urkundlich gesichert noch bis 1845 in bedeutendem Umfang Torf gestochen wurde (mittelalterliches Moorgebiet).

Die Wende
Allzuviel hat sich seitdem nicht geändert: Auch im dritten Jahrtausend gibt es reichlich feuchte Kellerwände und nasse Wiesen, auf denen mürrische Bewohner herumstiefeln. Die Bevölkerung des Spörkelnbruchs besteht heute aus knapp 20 Menschen, dazu kommen – vor allem im Sommer – ein paar unstete Bewohner von Gartenlauben. Allerdings ist derzeit die Stimmung deutlich besser als noch vor ein paar Jahren, denn seit Dezember 1998 wohnen wir im Spörkelnbruch ;-)

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